Energiesparhaus

Die Energie, die der Mensch verbraucht ist zum größten Teil auf den Energieverbrauch in den eigenen vier Wänden zurückzuführen. Es gibt hierbei eine Vielzahl von Kostentreibern, die für ein ineffizientes Heizverhalten verantwortlich sind. Einige der Gründe befinden sich hier ganz klar in einer mangelhaften Dämmung des Gebäudes oder auch viel zu alte Fenster, die Luftdurchlässig geworden sind.

Konsumenten, die heute neu bauen legen in diesem Kontext zumeist einen vermehrten Blick auf eine energiesparende Bauweise, um in den darauffolgenden Nutzungsjahren den Energieverbrauch fest im Griff zu haben.

In diesem Kontext stellt sich die Fragestellung, was man gemeinhin jedoch genau unter einem Energiesparhaus versteht und welche Standards hier exakt greifen. Im nachfolgenden Beitrag erhalten interessierte Leser hierzu einen Überblick über die relevanten Informationen rund um das Energiesparhaus.

Das Energiesparhaus als allgemeine Begrifflichkeit

Energiesparhaus

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Die Begrifflichkeit Energiesparhaus wird synonym für unterschiedliche Einzelmodelle verwendet. In der Praxis handelt es sich allenfalls um einen Oberbegriff, der näher zu spezifizieren ist, um hier einen Einblick in die Thematik Energiesparhaus zu erlangen. Das Energiesparhaus gibt in diesem Zuge lediglich Richtwerte vor, die erreicht werden sollten, damit sich ein Haus als Energiesparhaus bezeichnen darf. Hierbei liegt der gängige Energiebedarf pro Quadratmeter der bestehenden Energie der zu beziehenden Fläche.

Die genaue Bezeichnung hierbei ist auch die Energiebezugsfläche. Um die Maßgaben eines Energiesparhauses zu erfüllen, kann man entweder einzelne bauliche Maßnahmen initiieren oder eine sogenannte energieeffiziente Haustechnik verwenden. Als eine der Hauptgrößen, die zur Bemessung beachtet werden muss gilt in diesem Zuge die Kilowattstunde je Quadratmeter pro Jahr, kurz: kWh/(m2a). Es gibt hierzu jedoch eine Reihe von Umrechnungsoptionen, wie in Watt, Megajoule oder auch Liter.

Arten anerkannter Energiesparhäuser

Vom Grunde her ist ein Energiesparhaus ein Haus, das in der Lage ist Energie einzusparen. Konsumenten, die sich nun die Frage nach einer genauen Maßzahl stellen für ein Energiesparhaus stellen, werden bei dieser Fragestellung auf eine einfache Maßgabe verwiesen. Die Ersparnis eines Energiesparhauses richtet sich nach dem Vergleich zu einem klassischen Haus. Der deutsche Gesetzgeber hat die energetischen Regelungen von neugebaute Häuser sehr diszipliniert festgelegt, sodass man im weiten Sinne davon sprechen könnte, dass es sich bei jedem heute neu gebauten Haus, um ein Energiesparhaus handeln müsste. Das ist jedoch explizit nicht der Fall. Konsumenten, die ein Energiesparhaus erbauen oder kaufen möchten, müssen sich mit einer Vielzahl von Energiestandardzahlen auseinandersetzen und diese beachten.

Das Energiesparhaus gem. EnEV

Bei der EnEV handelt es sich um die sogenannte Energiesparverordnung, die den Wärmeschutz für Gebäude vorschreibt. Hier findet sich der gebotene maximale Primärenergiebedarf. Diese Verordnung unterliegt in ihrem Kontext einer kontinuierlichen Fortschreibung sowie einer Erhöhung der energetisch bezogenen Mindestanforderungen an einem Gebäude.

Die KfW-Effizienzhäuser als Energiesparhaus

Die KfW hat eine weitere begriffliche Prägung vorgesehen. Sie prägte die Bezeichnung Effizienzhaus als ein Energiesparhaus. Um eine Kategorisierung und Unterscheidung vorzunehmen führte die KfW im Übrigen verschiedene Gruppen ein. Man unterscheidet in diesem Zusammenhang zwischen:

– Neubauten in den Kategorien 55, 40 sowie 40 plus
– Sanierungen im Bereich Denkmal in Kategorien 115, 85, 100, 70 sowie 55

Das Liter-Haus als Energiesparhaus

Dieses Konzept basiert ein Stück weit auf einem anderen Ansatz. Hiernach gibt es die Kategorien 10-/ 7-/ 5-/3-Liter Haus. Hier wird das Haus direkt über die Energie vordefiniert, die auch wirklich zum eigentlichen Beheizen der Räume im Haus benötigt wird. Dieses Konzept weist jedoch im Einzelnen einige Undefiniertheiten auf, denn es ist bislang nicht einheitlich geregelt, ob es sich hierbei um die Nutzfläche, dem Warmwasserverbrauch oder aber den Energieverbrauch je Wohnfläche handelt. In der Praxis sind alle Maßzahlen hierbei zu finden.

Passivhäuser als Energiesparhaus: Null- sowie Plusenergiehäuser

Für die auf dem Markt befindlichen Passivhäuser hat man durch das Passivhausinstitut zertifizierte Kriterien herausgegeben. Zu diesen Kriterien zählen beispielsweise der maximale Heizwärmebedarf in Höhe von 15 kWh /(m2a) sowie die höchste zulässige Heizlast in Höhe von 10 W//m2. Parallel hierzu legte man im Übrigen Grenzwerte für einen Primärenergiebedarf inklusive des Haushaltsstroms für das Heizen, der Haustechnik und dem Beleuchten fest. Der Richtwert befindet sich hier bei 120 kWh/(m2a). Bei Plusenergiehäusern sowie Nullenergiehäusern gilt in diesem Kontext folglich, dass sie noch weniger. Ein Nullenergiehaus benötigt weniger Energieverbrauch, als es ein vergleichbares Standard Passivhaus macht, zudem benötigt ein solches Haus keine Energie, die von außen zugeführt wurde. Ein Plusenergiehaus erwirtschaftet darüber hinaus sogar noch eigene Energie, beispielsweise durch Solaranlagen.

Niedrigenergiehäuser Hessen, Schleswig-Holstein

Die sogenannte schleswig-holsteinische Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e. V. ist ebenso für die Zertifizierung von Energiesparhäuser zuständig. In Hessen führte man hierzu in der Zeitspanne zwischen 1993 und 2002 sogar einen eigenen Standard für das Energiesparhaus ein.

RAL-Energieeffizienzhäuser: das Niedrigenergiehaus als Energiesparhaus

Die Gütegemeinschaft Energieeffiziente Gebäude e. V. RAL hat ihren Sitz in Detmold und vergibt Gütezeichen für Energiesparhäuser.

Das Energiesparhaus: das Freiburger Effizienzhaus

Man kann ein Freiburger Effizienzhausstandard 55 mit dem KfW 55-Effizienzhaus vergleichen. Die Kategorien der beiden Siegel sind ähnlich gehalten.

Vorteile von einem Energiesparhaus

Es wanken sich viele Mythen und Annahmen um das Energiesparhaus. Neben der nachträglichen Energieeinsparung, gibt es jedoch noch einige Mehrwerte, die hiermit einhergehen.

Geringere Unterhaltskosten resultieren aus einem niedrigeren Energieverbrauch

Im Durchschnitt verbrauchen Altbauten mehr Heizenergie im Durchschnitt sind es ca. 300 Kilowattstunden im Jahr und je Quadratmeter mehr. Dieser Wert entspricht ca. 30 l Heizöl, die mehr verbraucht werden. Hierbei entstehen durchschnittliche Kosten für ein 150 qm Haus von 3.000 EUR im Jahr, wenn ein Heizölpreis von 0,70 EUR/ l unterstellt wird. Im Vergleich hierzu würden bei einem ökonomischen 3 Liter-Haus lediglich 300,00 EUR Heizkosten pro Jahr anfallen.

Eine größtenteils autonome Energieversorgung

Eine ganze Reihe von Energiesparhäusern arbeitet mit Photovoltaikanlagen oder Solaranlagen. Diese Ausrüstung sorgt bei den Hausbesitzern dafür, dass sie zumindest eine teilweise Selbstversorgung der Stromversorgung sicherstellen können.

Höhere Unabhängigkeit von Preisschwankungen am Energiemarkt

Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass es vor allem bei der Energieversorgung immer wieder zu Preisschwankungen kommen kann. Der Trend der Schwankungen geht hierbei eher nach oben, das heißt, dass Energie zunehmend teurer wird. Eigentümer von Altbauten bzw. Häusern, die nur mangelhaft gedämmt sind, kommen hier zunehmend in Schwierigkeiten, die Heiz- und Energiekosten stiegen und steigen weiter an. Ein Energiesparhaus setzt an diesem kritischen Punkt an und ermöglicht es den Hausbesitzern die Kosten auch langfristig fest im Griff zu haben.

Ein Energiesparhaus ermöglicht einen deutlich höheren Wiederverkaufswert

In der Praxis lassen sich Häuser, die energetisch hochwertig sind schneller und rentabler verkaufen im Vergleich zu Häusern, die schlecht gedämmt sind.

Ein Energiesparhaus ermöglicht ein besseres Wohnklima

Erfahrungsgemäß haben Häuser, die undicht und schlecht gedämmt sind auch ein deutlich schlechteres Raumklima vorzuweisen, als Häuser die energetisch hochwertiger aufgebaut sind. Das liegt unter anderem in der bestehenden Luftfeuchtigkeit im Haus, denn hier kann sich beispielsweise die Luftfeuchtigkeit an den Wänden absetzen und zu einer Schimmelbildung führen. Bei gut gedämmten Häusern, die besonders dicht sind, muss man jedoch parallel auf eine gute Belüftung sorgen, um die interne Luftzirkulation aufrecht zu halten.

Fazit

Die Investition in ein Energiesparhaus amortisiert sich erfahrungsgemäß bereits nach ein paar Jahren der Nutzung. Vor allem Häuser, die als Altbauten eingruppiert sind, weisen heute deutlich schlechtere Verkaufspreise auf, als ein Energiesparhaus. Die Gründe sind auch hier vielfältig. Der Markt berücksichtigt in diesem Kontext deutlich, dass in der Nutzung hier weniger Kosten für den Energiebereich auftreten. Doch nicht jedes Energiesparhaus ist gleich. Es gibt auf dem Markt verschiedenartige Modelle und Zertifizierungen. Ein Laie sollte sich hier einen Überblick über unterschiedlichen Optionen verschaffen, um das Modell für sich zu finden, das am besten passt.